Ratgeber · für Hausverwaltungen & WEGs

Dynamischer Stromtarif für den Allgemeinstrom: Warum er meist nicht passt

Seit 2025 müssen alle Stromlieferanten dynamische Tarife anbieten, deren Preis sich stündlich am Börsenpreis orientiert. Für Hausverwaltungen stellt sich die Frage: Spart das beim Allgemeinstrom Geld? Die ehrliche Antwort lautet in den meisten Fällen nein.

Wie ein dynamischer Tarif funktioniert

Beim dynamischen Tarif zahlt der Kunde für jede Stunde den jeweiligen Börsenpreis plus Aufschläge, Netzentgelte, Steuern und Umlagen. Günstig wird es, wenn viel Strom in billigen Stunden verbraucht wird – etwa mittags bei viel Sonne oder nachts bei viel Wind. Voraussetzung ist ein intelligentes Messsystem, das den Verbrauch viertelstündlich erfasst.

Vier Gründe, warum er beim Allgemeinstrom selten passt

  • Das Lastprofil passt nicht: Treppenhauslicht, Außenbeleuchtung und Aufzug laufen vor allem abends und morgens – genau dann, wenn Strom an der Börse oft teuer ist.
  • Keine Steuerbarkeit: Niemand verschiebt das Treppenhauslicht in die günstigen Stunden. Ohne Verschiebung bleibt nur das Preisrisiko.
  • Technische Voraussetzung: Ohne intelligentes Messsystem kein dynamischer Tarif. Viele Allgemeinstromzähler sind noch nicht umgerüstet.
  • Planbarkeit im Wirtschaftsplan: Die WEG braucht verlässliche Zahlen für Hausgeld und Abschläge. Ein Preis, der sich stündlich ändert, erschwert das erheblich.

Wo dynamische Tarife sinnvoll sind

Anders sieht es bei steuerbaren Lasten aus: Wallboxen, Wärmepumpen mit Speicher oder Batteriespeicher einer Photovoltaikanlage. Dort kann der Verbrauch in günstige Stunden verschoben werden. Für Ladestrom in der Tiefgarage oder eine Wärmepumpe kann ein dynamischer Tarif deshalb die richtige Wahl sein (siehe Wallboxen in der WEG).

Die bessere Lösung für den Allgemeinstrom

Für Allgemeinstrom und Betriebsstrom der Heizung ist ein Festpreis über eine planbare Laufzeit in der Regel die solidere Wahl. Wie Festpreis und Spotpreis grundsätzlich abzuwägen sind, erklärt der Beitrag Festpreis oder Spotpreis.

Kurz gesagt: Dynamische Tarife lohnen sich, wenn Verbrauch verschoben werden kann. Beim Allgemeinstrom geht das nicht – deshalb bleibt dort der Festpreis meist die bessere Wahl.
Häufige Fragen

Dynamischer Stromtarif für Allgemeinstrom – gut zu wissen

Ja. Seit 2025 sind alle Stromlieferanten verpflichtet, dynamische Tarife anzubieten. Voraussetzung beim Kunden ist ein intelligentes Messsystem.

Selten. Der Verbrauch fällt oft in teure Abend- und Morgenstunden und lässt sich nicht verschieben.

Für steuerbare Lasten wie Wallboxen, Wärmepumpen mit Speicher oder Batteriespeicher, deren Verbrauch in günstige Stunden verschoben werden kann.

Ein Festpreisvertrag mit planbarer Laufzeit, idealerweise gebündelt mit weiteren Objekten.

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